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Generation Langzeitvertrag trifft Generation Sabbatical

Wenn Leo ins Startup will – und Papa Rudolf ausflippt. Ein Generationskonflikt am Frühstückstisch der Familie Schwarz.

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Andreas Ablinger

Culture, People & Communication

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Wenn Leo ins Startup will – und Papa Rudolf ausflippt

Es war einer dieser Sonntage bei Familie Schwarz: Der Frühstückstisch bog sich unter dampfendem Kaffee, frischen Semmeln und Gabis berühmten pochierten Eiern – das Fundament des familiären Friedens. Geschichten wurden ausgetauscht, gelacht, diskutiert. Bis die Stimmung – wie so oft – kippte.

Rudolf, das Familienoberhaupt, legte seine Zeitung zusammen, schob die Lesebrille hoch auf die Stirn und sagte mit sorgenvoller Stimme: „Also, was da draußen gerade abgeht – Krieg, Inflation, Umweltkatastrophen … Da kannst du dich doch auf nichts mehr verlassen.“

Leo, sein Sohn, scrollte weiter durch Mountainbike-Zubehör am Handy. Niemand reagierte. Nicht aus Ignoranz – sondern aus Erfahrung. Alle wussten: Wenn Rudolf einmal loslegte, war es nur eine Frage der Zeit, bis es krachte.

Ein paar Minuten vergingen. Dann durchbrach Leo beiläufig das Schweigen: „Übrigens – ich hab mich entschieden.“ „Aha“, murmelte Rudolf. „Für den Job bei der Bank?“ „Nein. Ich geh zum Startup. In Berlin. Die suchen wen fürs Backend. Remote. Coole Projekte.“

Stille. Max hob eine Augenbraue. Gabi reichte kommentarlos den Brotkorb weiter. Anna vertiefte sich auffällig intensiv in ihr Handy. Nur Rudolf blickte seinen Sohn lange an. „Leo“, begann er. „Und was kommt danach – Surfen in Bali? Das ist doch kein Job.“

„Dann mach ich halt was anderes“, zuckte Leo die Schultern. „Ich will mich ausprobieren.“ „Das ist doch naiv!“, platzte es aus Rudolf heraus. „Ihr lebt, als wär alles ein Spiel!“

Für ihn war die Absage ein Schlag ins Gesicht. Wochenlang hatte er telefoniert, Kontakte genutzt, seinem Sohn ein solides Jobangebot ermöglicht. Jetzt das: Ein Startup. Vage Zukunft. Für Rudolf grenzt das an Realitätsverweigerung.

Leo lehnte sich zurück. „Na und? Ich arbeite eh genug. Ich will halt leben, bevor ich alt bin. Besitz ist mir nicht so wichtig.“

Zwischen den Welten

Gabi saß zwischen den beiden. Ihr Blick wanderte von einem zum anderen. „Rudolf“, sagte sie leise, aber klar, „wenn einem ständig vermittelt wird, dass die Welt unsicher ist, dann lebt man auch so. Aber Leo ist anders aufgewachsen. Sein Blick ist nicht falsch. Vielleicht sogar richtig. Für jetzt.“

Leo trank sein Wasserglas leer, sichtlich genervt. Rudolf starrte aus dem Fenster, dann sagte er – ungewohnt leise: „Ich will doch nur, dass du’s mal leichter hast als ich.“ „Und ich will, dass du siehst, dass ich meinen eigenen Weg finde“, antwortete Leo.

Zwei Welten – ein Tisch

Rudolf ist Babyboomer. Arbeit bedeutete für ihn: Sicherheit. Struktur. Verantwortung. Doch Leo ist nicht trotzig. Er ist Teil einer anderen Generation. Generation Z. Für ihn zählt nicht nur, was man tut – sondern wie. Er will gestalten, wachsen, einen Unterschied machen. Nicht irgendwann. Jetzt.

So sitzen sie da – Vater und Sohn. Zwei Generationen, zwei Weltbilder. Zwischen Sicherheit und Sinn. Zwischen Verantwortung und Freiheit.

Und genau das erleben wir in Unternehmen jeden Tag. Teams, die miteinander arbeiten – aber einander oft nicht verstehen. Führungsbilder, Erwartungen, Werte – alles im Wandel.

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