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Warum eben nicht jeder Deckel auf jeden Topf passt – Unternehmenskultur
Was Kultur in einem Unternehmen wirklich bedeutet – und warum sie sich nicht durch Anweisungen von oben herstellen lässt.
Andreas Ablinger
Culture, People & Communication
- Unternehmenskultur
- Kommunikation
- Leadership
- Team
- Unternehmenskultur
Im letzten Blogartikel haben wir die vielfältigen Charaktere einer Familien- und Unternehmenskultur genauer unter die Lupe genommen.
Und jetzt stell dir vor, du sitzt mit ein paar Kolleg:innen in einem Feedback-Gespräch. Euer HR-Manager stellt die Frage:
„Wie würdet ihr eure Unternehmenskultur beschreiben – und vor allem: Was könnt ihr dazu beitragen?“
Hand aufs Herz: Mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubst du jetzt vielleicht, dass sich nur deine Führungskraft oder die Chefetage mit solchen Fragen herumschlagen sollten. Ich sage aber: Das Thema Unternehmenskultur ist weitaus vielschichtiger.
Was bedeutet Kultur in einem Unternehmen?
Ich selbst komme ursprünglich aus dem Kulturmanagement. Da ging’s natürlich viel um Musik, Theater, Speaker und Speakerinnen – aber auch um Menschen, die ihren ganz individuellen Blick aufs Leben vermitteln. Jeder Mensch bringt seinen Blickwinkel mit, jeder hat seinen ganz eigenen Stil – und gemeinsam entsteht (oder eben auch nicht) so etwas wie Unternehmenskultur.
Von meinem früheren Beruf ins Heute übersetzt bedeutet das: In Firmen stehen zwar keine Sänger:innen auf der Bühne, aber sie handeln, sprechen und arbeiten nach ganz bestimmten Regeln, Werten oder liebgewonnenen Ritualen. So einzigartig ist auch jede Unternehmenskultur.
Was möchte ich damit sagen…
Jeder dieser Charaktere hat Stärken und Schwächen. Jeder prägt die Familienkultur mit – ob er will oder nicht. Anna treibt an, Gabi kümmert sich darum, dass es allen auf dem Weg gut geht, Lisa schüttelt die verrückten Ideen aus dem Ärmel. Das Ergebnis: Entweder man geht ein Stück weit auf die andere Person zu und erkennt die Verschiedenheit an, oder es kommt zum Konflikt.
Jeder einzelne trägt zu einer guten oder auch schlechten Kultur bei. Und genauso so läuft’s auch in Unternehmen.
Aber was ist jetzt eine „gute“ oder „schlechte“ Kultur?
Wenn ich in ein neues Unternehmen komme, schaue ich mir erst mal an, wie die Menschen miteinander umgehen:
- Wie sprechen die Menschen miteinander? (formell/informell, respektvoll/direkt)
- Wie läuft die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden?
- Wie wird Feedback gegeben und angenommen?
- Wie wird mit Fehlern umgegangen?
- Wie wird über das Unternehmen gesprochen? (stolz, kritisch, gleichgültig)
Man kann nicht sagen, dass die eine Kultur automatisch besser ist als die andere. Die Frage ist nur: Was tut uns gut und was schadet uns?
In Seminargruppen mache ich zu Beginn gern folgendes Experiment: Zwei Leute interviewen sich gegenseitig und stellen dann den jeweils anderen vor. Die Trefferquote, mit der sie sich am Ende gegenseitig beschreiben, ist verblüffend hoch.
Und egal in welches Team man schaut: Man findet immer alle Typen – die Empathischen, die Leistungsorientierten, die Risikofreudigen. Eine Gruppe, in der sich alle einig sind, wäre vielleicht mal für zwei Stunden praktisch, aber auf Dauer total langweilig. Bunt ist gut, auch wenn’s manchmal anstrengend wird.
Viele Führungskräfte wünschen sich nach einer Coachingwoche ein herausragendes Betriebsklima. Aber eine Ansage wie: „Wir brauchen jetzt mehr Kultur!“ hilft gar nichts. Kultur entsteht langsam – durch gemeinsame Erlebnisse.
- Positives: Jemand hilft mir spontan aus, fragt nach, wie’s mir geht, oder hört mir ohne Augenrollen zu.
- Negatives: Streit, Unstimmigkeiten, Grüppchenbildung und ständige Schuldzuweisungen.
Die gute Nachricht: Eine gesunde Unternehmenskultur zu entwickeln, ist kein Hokuspokus. Es braucht bloß Interesse an den Menschen, Achtsamkeit, Kommunikation und das Verständnis, dass es immer mehr als meine Perspektive gibt.
Deshalb mein Appell: Schau dich mal in deinem (Arbeits-)Umfeld um. Welche Typen gibt es da? Wer ist deine „Anna“, wer ist dein „Leo“? Wie geht ihr miteinander um?
Ganz ehrlich: Unternehmenskultur passiert nicht – sie wird gelebt.
Wie ist das in Ihrer Organisation?
Wenn Sie diese Themen in Ihrem Team bewegen wollen — sprechen Sie uns an. Wir nehmen uns 30 Minuten für ein unverbindliches Erstgespräch.